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Admin von Nazareth - Part 2:

"Die Segnungen des Himmels"

Nachdem des Admins Server einige Zeit gelaufen ist und treu und brav seinen Dienst verrichtete - seine Daten verschickte und Benutzer beglückte - klang dem Admin auf einmal von oben eine Stimme im Ohr: "Dein Server ist ja so allein, das soll er nicht mehr lange sein.". Der Admin war stark verwirrt und blickte in den ersten Stock. Da stand der Chef -äh- Vorstand zusammen mit einem Gesandten aus Erwegenien (Name des heiligen Rechenzentrums). Dieser Überbringer der frohen Botschaften aus dem fernen Reich der Datenverarbeitung hatte dem obersten Herren des Kreditinstituts einige Vorschläge unterbreitet, die dieser auch gleich umzusetzen wünscht.

Die tollsten Dinge hat der Gesandte Überbracht. Dem Admin das viel Arbeit macht. Mit vielen tollen bunten Bildern und Präsentationen wurde das Institut in völlig neue technische Bahnen gelenkt. Der Admin betrachtete die dargebotenen Anschauungsmaterialien und freute sich auf seine neuen Spielzeuge.

Schon nach wenigen Wochen hielt beim Morgengrauen vor der Bank ein gewaltiges Fahrzeug, das die gesamte neu erworbene Hardware anlieferte. In der A-Klasse fanden sich Geräte namhafter internationaler Hersteller, die bei jeder Aktienanlage eine Rolle spielen sollten. Der Admin freute sich beim Anblick der teuren Hardware und dachte an sein Wertpapierdepot, in das er rechtzeitig vor der Auslieferung der Geräte noch kräftig Papiere eben jener Hersteller gekauft hat. Als die Dollarzeichen wieder aus seinen Augen verschwunden waren, befand sich die ganze Ausrüstung schon im tiefen Keller im mehrfach gesicherten EDV-Raum. Schnell wurden die einzelnen Kisten aufgerissen und Maschinen nebeneinander aufgestellt.

So standen sie nun: Der alte, endlich nicht mehr alleinstehende Server, die nagelneue kraftstrotzende Datenbank, die Weitverkehrskommunikationsmaschine schlechthin - kurz nur Gateway genannt. Eben jener Gateway verschickt seine Daten nicht nur in die weite Welt hinaus, sondern über Router sogar in das ferne Erwegenien. Nun machte sich der Admin gleich ans Werk und verband alle neu erworbenen Geräte mit vielen Kabeln mit seinem Netzwerk. In der umfangreichen Dokumentation, die der Admin schon auf einem seiner vielen Seminare erhalten hatte, fand sich auch die Reihenfolge beim Einschalten der Geräte. Zuerst startete er die Datenbank. Diese startete zunächst im Textmodus mit dem für den Admin noch völlig neuen AEMI-Scanning. Er stellte fest, dass es fast vier Minuten dauerte und dachte daran, diese Zeit in Zukunft für eine extra Kaffeepause zu nutzen.

Dann begann auch das Betriebssystem mit seinem Start. Durch ein wunderschönes blaues WARP gab es seine Anwesenheit und Aktivität bekannt. Kurz darauf füllte sich die Arbeitoberfläche mit bunten Bildern von gestarteten Programmen. Tief beeindruckt über das Wunder der fehlerfreien Vorinstallation in Erwegenien verliess der Admin die Datenbank und begab sich zu seinem neuen Gateway. Dieser startete noch schneller als die Datenbank. Der Admin dachte sich nur "Schade, kein AEMI-Scanning, dann gibt's nur einmal Kaffee." und liess den Gateway Gateway sein.

In seiner Vorfreude dachte er schon daran, an all seinen Arbeitsplätzen die neue graphische Bankanwendung namens GEBOS zu installieren. Zuvor stand, wie ihm gesagt wurde, das Update seiner PCs, damit diese ihre neue Konfiguration erhalten. Hierzu hat der mächtige CID-Guru aus Erwegenien seine genialen Einfälle in Imagedateien und ReXX-Scripten festgehalten und sie in seiner Grosszügigkeit seinen Jüngern im weiten Land bereitgestellt. Mittels dreier Disketten, so geht das Gerücht, soll ein PC komplett installiert werden können. Beeindruckt von solchen Packprogrammen kann der Admin sich vor dem CID-Guru nur tief verneigen. Er selbst verwendet WINZIP und bekommt auch gepackt immer nur ziemlich wenig auf eine Diskette. Der CID-GURU schafft es aber das komplette OS/2, den LAN-Requester und noch viele weitere Programme auf nur drei kleinen Datenscheiben unterzubringen. Tief beeindruckt denkt der Admin daran, dass sogar der Hersteller von OS/2 über 40 dieser kleinen runden Scheiben benötigt nur um sein Betriebssystem an den Mann (ok, Frau auch) zu bringen.

Nun geht der Admin daran, dieses Wunder am eigenen Leib - sprich Arbeitsplatz - zu erfahren. Als er die dritte der Disketten einlegt, erreichen ihn die Worte des CID-Gurus. Dieser spricht: "Gib dieser Maschine einen Namen. Ich will sie erkennen und ihr Gutes tun - diesmal und in allen Zeiten." Da sich der CID-Guru gerne kurz fasst, gibt er dies am Bildschirm durch "KLIENTENNAME: " bekannt. Der Admin gibt ihm seinen Namen und erfreut sich am Geschehen auf den Bildschirm. Schon bald sieht er sich den 14 Geboten des Meisters gegenüber.

Beginnen soll er mit dem ersten "1. PC-Installation über CID-GEN". Er entfernt die dritte Datenscheibe und betrachtet fasziniert das Geschehen am Bildschirm. Nach vielen von links nach rechts wandernden Balken erscheinen schliesslich die gesetzesgleichen Worte "CID-Installation abgeschlossen". Nun noch schnell die Auflösung eingestellt und GEBOS eingerichtet. Aber schon beim ersten Start von GEBOS erhält der Tatendrang des Admins einen Dämpfer. Statt der erhofften Anmeldemaske erscheint auf dem Bildschirm nur eine kryptische Fehlermeldung. In seiner Not greift der verwirrte Admin zu seiner letzten Rettung (nein, nicht das Handbuch): zum Telefon. Dort wählt er die Nummer, die ihn den Rest seines (Admin-) Lebens begleiten soll: 9555. Hinter dieser unscheinbaren Nummer verbirgt sich die wahrscheinlich gewaltigste Wissenszentrale südlich des Polarsterns.

Schon nach kurzer Wartezeit darf er sein Problem schildern: "Ja, hallo, i hab da a Problem. Bei GEBOS kriag i an Fehler zwoi...". Weiter kommt er gar nicht, denn schon greift das geballte Wissen und die Reaktionsschnelligkeit der 9555 ein: "Datei FKINIT.CXX, irgendeine Zeilennummer, Übergabeparameter nicht gültig." Dem Admin wird langsam klar, dass es sich bei der 9555 nicht nur um eine gewöhnliche Ansammlung von Wissen handelt. Er beginnt bereits höhere Kräfte - sogar hellseherische Fähigkeiten - zu vermuten. Doch die 9555 ist hier bescheiden: "Wissen Sie, das ist ein beliebter Fehler. Wir warten selber schon lange, dass hier ein sinnvoller Text und nicht diese Übergabaparametergeschichte erscheint. Sie haben einfach den Arbeitsplatz noch nicht administriert."

to be continued.......

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